
Meine erste Musikstunde in den Slums von Neu Delhi werde ich nie vergessen.
Ich stand inmitten 30 aufgeregter Kindern, die mit ihren dunklen Augen erwartungs-
freudig an meinen Lippen hingen. Viel zu früh waren die Schüler an unserem Treffpunkt
erschienen, einem feuchten, leeren Raum gegenüber des Hauptstützpunktes des gemein-
nützigen Project Why, das sich um Kinder und Frauen in den Slums von Delhi kümmert
und das ich schon seit drei Jahren mit meiner Aktion Lebensretter unterstütze. Als ich
den Raum betrat, schallte mir ein lautes und grelles „Namaste Ma’am“ entgegen. Selbst
ein paar der jungen Lehrer waren herbeigeeilt und beteuerten, dass alle „verrry excited“
waren. Da ich nicht wirklich ein Konzept, dafür aber einige Verständigungsschwierigkeiten
hatte, musste ich trocken schlucken. Hoffentlich würde ich die Erwartungen nicht
enttäuschen! Noch nie hatte ich eine Schulklasse unterrichtet, schon gar nicht in einem
indischen Slum!
Nach einer kleinen Vorstellungsrunde in einer Mischung aus gebrochenem Hindi (ich)
und gebrochenem Englisch (alle anderen) teilte ich die Liedtexte aus und begann, den
leuchtenden Augenpaaren a capella den Chorus von „Jaanu“, einem Song, den
ich auf Englisch und Hindi geschrieben hatte, vorzusingen. Bevor ich die erste Zeile
beenden daran, wie ich mit sechs Jahren meine Lieblingsradiohits mitgeschmettert hatte,
voller Inbrunst und – wie ich erst später merkte – in einer Art Fantasie-Englisch.
Aber gefühlt hatte ich sie damals schon wie eine Große. Und so pfiff ich auf die
korrekte Aussprache der Worte und erfreute mich stattdessen an der Leidenschaft, die
in ihrer ersten Musikstunde den unschuldigen Herzen entflog. Nach 90 Minuten
verabschiedete ich meine lernwilligen Schüler und ließ sie wissen, dass morgen der
nächste Kurs stattfinden würde, in dem meine mitgereiste Schwester ihnen die
dazugehörigen Tanzschritte beibringen würde.
Doch niemand bewegte sich. Ich bat einen der Lehrer zu übersetzen, dass die Stunde nun
vorüber sei und die Kinder nach Hause gehen konnten, woraufhin er lächelte und erklärte:
„Ma’am, they understand but they don’t want to go.“
Mehr zur Aktion Lebensretter erfahrt Ihr regelmäßig auf verenice.com!
Foto: LAURA GENEVIEVE PHOTOGRAPHY!
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» echt schön
zu sehen, wie sehr sich Kinder, die so wenig haben, über so etwas freuen. Für uns ist es selbstverständlich, Musikunterricht zu haben. Für die meisten ist das Singen im Unterricht sogar ein leidiges Thema. Dabei ist gemeinsames Singen doch so etwas Schönes! Also ich war immer gerne im Chor! ;-)
» oooah,
du bist ja süß! :)
» meine Schwester
war aber auch ganz toll!!!
» Find' ich super,
dass sie sich so engagiert und mit den Kindern so schöne Sachen macht. Und die Kleinen waren auch so toll
!
» Kann euch nur
zustimmen - ich habe eine Gänsehaut bekommen, als ich gesehen habe, mit viel Eifer die Kinder bei der Sache sind. Und unsere Kiddies hocken vor der Playstation, gell. ;) Beeindruckend!!
» ja, finde ich auch!
wahnsinn wie viel lebensfreude man doch in den neugierigen augen kleiner kinder sehen kann und für diese ist eben nicht allles selbstverständlich, was sie bekommen, sondern sie sind dankbar!
GANZ SÜß!!!!!!
» das video
ist echt total toll!
alles ist so bunt und die kinder echt zum knutschen!