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Städtetipp: Welcome to Sarajevo
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Städtetipp: Welcome to Sarajevo

Genau 15 Jahre ist es nun her, dass der schreckliche Bürgerkrieg auf dem Balkan, der vor allem Bosnien-Herzegowina schwer getroffen und viele Menschenleben gekostet hat, vorbei ist. Das Land und vor allem die Menschen haben lange unter den Folgen gelitten. Spuren gibt es noch genügend, nicht nur an den Häuserfassaden. Aber die Menschen sind es leid, ständig nur mit dem Bürgerkrieg in Verbindung gebracht zu werden. In den letzten zehn Jahren ist viel passiert. Vor allem Sarajevo blüht wieder auf und ist auf dem besten Weg, seinen alten Charme einer internationalen und multikulturellen Stadt wiederzugewinnen. Deshalb ist Sarajevo auf jeden Fall eine Reise wert!

Okzident trifft Orient

In der "Ulica Maršala Tita" triftt man sich zum Sehen und Gesehen werden. 

Okzident trifft Orient

In kaum einer anderen Stadt treffen so offensichtlich zwei Kulturen aufeinander: Christentum und Islam. Schlendert man in Sarajevo durch die Fußgängerzone, so sieht man zum einen imposante Bauten, die noch aus der Habsburger Zeit stammen, zum anderen flache osmanische Bauten und jede Menge Minarette. Nicht umsonst wird Sarajevo oft mit Istanbul verglichen. Aufgebrezelte Mädels in High Heels laufen ebenso durch die Straßen wie Frauen mit Kopftuch und man trifft sich auf eine „kafa“, den typisch bosnischen, starken Mocca, der in kleinen Kupferkännchen und –schälchen, dem „fildžan“, meist mit einem Stückchen Lokum serviert wird.

Das Herz Sarajevos ist die Baščaršija. Der osmanische Altstadtkern mit dem rutschigen Kopfsteinpflaster und den vielen Geschäften, die typisch bosnische Souvenirs wie Kaffeesets, Schmuck oder auch Teppiche verkaufen. Ganz wie im Orient gilt hier: handeln! Sogar einen Barbier gibt es noch.

Der österreichisch-ungarische Teil der Altstadt hingegen bietet etwas modernere Geschäfte und erinnert mit den gängigen Markenstores an typisch europäische Fußgängerzonen.

Blick über die Hügel von Sarajevo. 

Alte Häuser am Ufer der Miljacka. 

 

Klein, aber fein

Sarajevo ist mit seinen rund 300.000 Einwohnern recht überschaubar und gut zu Fuß zu erkunden. Parallel zur Altstadt fließt die Miljacka, an deren Ufer auch die Uni und im Sommer einige nette Cafés gelegen sind. Wer dennoch gehfaul ist, setzt sich einfach in die Tram, die im Prinzip einmal um die ganze Stadt fährt, oder nimmt sich ein Taxi. Die Preise sind mehr als günstig. Allgemein kommt man in Sarajevo mit eher kleinem Reisebudget gut aus, ein Mittagessen bekommt man meistens schon für drei Euro. Was das Shoppen angeht, so kann man es wirklich lowlevel halten, wer will, kann natürlich auch mehr Geld dalassen. Ein kleiner Tipp für alle kulturinteressierten Shopper ist der legendäre Buchladen „Buybook“, der auch ein nettes Café bietet.

Auf den Brücken über die Miljacka herrscht nahezu ständig reger Verkehr. 

Die "Viječnica", vor dem Krieg Bosniens Nationalbibliothek. Im Moment wird sie renoviert. 

 

Iss Dich glücklich!

Im Sommer legen sich in den Gassen der Baščaršija neben der Hitze lecker duftende Rauchschwaden über die flachen Dächer der Bazarhäuschen – es gibt unzählige kleine Restaurants oder sagen wir lieber Imbisse, in denen man das Nationalgericht bekommt: Ćevapi. Die Rinderhackröllchen werden, anders als man es hierzulande von Balkan-Restaurants kennt, nicht mit Ajvar, sondern nur mit Zwiebeln, oder auf Anfrage auch mit Kajmak, einer leckeren Rohmilchcreme, im Fladenbrot serviert. Aber keine Sorge, auch Vegetarier kommen auf ihre Kosten, denn neben den Ćevapi bekommt man in Sarajevo – und wirklich nur hier – die beste Pita der Welt. Den feinen Blätterteig gibt es mit verschiedenen Füllungen wie Kartoffeln, Käse, Kürbis oder Spinat. Dazu trinkt (!) man immer einen Joghurt. Wer seinen Hunger nach etwas Deftigem gestillt hat, kann nun weiter schlendern, zu einer der vielen Konditoreien, bei denen einem allein der Anblick der Vitrine ein schlechtes Gewissen verschafft: Auch hier treffen wieder Spezialitäten aus dem Orient wie Baklawa auf deftige Cremeschnitten. Da muss man sich regelrecht durchprobieren!

Die leckere Pita lässt auch Vegetarierherzen höher schlagen ... 

... für alle, die es deftig mögen: Nationalgericht Nummer eins - Ćevapi. 

Dazu gibt es immer ein schmackhaftes Fladenbrot vom Grill, den "Lepinj". 

 
Kultur und Style

In Sarajevo bieten alte Bauten oft die Kulisse für Festivals. 

Kultur und Style

Sarajevo ist in Sachen Kultur absolut auf dem Vormarsch. Es gibt einige Festivals und Veranstaltungen, die sich durchaus auch international einen Namen gemacht haben. Allen voran steht immer noch das „Sarajevo Film Festival“ ( www.sff.ba), das im Juli stattfindet und schon prominente Besucher wie Jeremy Irons oder Michael Moore begrüßen durfte. Aber auch das Jazz Festival oder die „Baščaršijske noći“, ein Sommerfest der Musik und des Schauspiels, erlangen immer größere Bekanntheit. Auch die Modeszene schläft nicht: Es gibt einige Jungdesigner, die frischen Wind auf den Balkan bringen und ihre Kreationen bei der jährlichen Sarajevo Fashion Week ( www.fashionweek.ba) vorstellen.

Ausgehen

Da Sarajevo nicht allzu groß ist, kann man in relativ kurzer Zeit viel erleben. Cafés gibt es wie Sand am Meer, sodass man bei seinem Städteerkundungstrip genügend Pausen einlegen kann … Es gibt aber ein paar Läden, die man unbedingt besuchen sollte:

Vor zwei Jahren hat das Restaurant „Vegehana“ neu eröffnet, das wie der Name schon vermuten lässt, vegetarische Küche anbietet und vor allem etwas alternativeres Publikum lockt. Mittags ein nettes Pendant zu den vielen Cevapi-Läden.

Neben den vielen Imbissen, die traditionell bosnische Küche anbieten, gibt es eine kleine Oase mitten in der Baščaršija, die Treffpunkt vieler Studenten und Künstler ist, die „Barhana“. Hier sitzt man drinnen kuschelig eng zusammen und draußen an rustikalen Holztischen auf niedrigen, mit bunten Kissen geschmückten Bänken. Wer etwas essen möchte, bekommt hier die wahrscheinlich leckerste Pizza und Lasagne der Stadt.

Wer nach Sarajevo kommt, muss unbedingt ein orientalisches Kaffeehaus besuchen. Ein besonders hübsches, das einen in das Ambiente von Tausendundeiner Nacht entführt ist das Café „Baghdad“. Hier sitzt man in einem märchenhaften Gewölbe auf kleinen Hockern und plüschigen Bänken und schlürft gemütlich seine „kafa“.

Die Nachtschwärmer kommen natürlich auch auf ihre Kosten: Elektronische Musik ist auf dem Vormarsch und es finden immer wieder Partys in wechselnden Locations statt. Ein kleiner Geheimtipp ist das „Fis Kultura“, das neben Electro-Abenden auch Reggae-Nights oder Liveauftritte junger Bands bietet.

Das Nationalgetränk, die "kafa", ein starker Mocca, der immer Gelegenheit bietet, sich etwas Zeit für eine Unterhaltung zu nehmen. 

Wie komme ich hin und wo lässt es sich nächtigen?

Auch hier macht Bosniens Hauptstadt endlich Fortschritte. Musste man von Deutschland aus noch bis vor einigen Jahren eine qualvolle, mindestens 15-stündige, meist kurvige Busfahrt auf sich nehmen, fliegt seit Sommer 2008 Germanwings zweimal die Woche über Köln zu fairen Preisen nach Sarajevo. Lufthansa fliegt zwar täglich, allerdings um einiges teurer.

Was die Unterkünfte angeht, ist Sarajevo auf dem richtigen Weg. Bis vor einigen Jahren sah es auf diesem Gebiet eher mau aus. Mittlerweile gibt es aber einige nette Locations zu bezahlbaren Preisen.

Wer es oldschool mag, kann ja immer noch mit dem Bus fahren ... 

Hoteltipps:

Das Hotel Merona ( www.merona.ba) ist ein hübsches, in bosnischem Stil eingerichtetes 3-Sterne-Hotel, dazu sehr modern und sogar mit einem Spa-Bereich ausgestattet. Preis für ein Doppelzimmer für drei Nächte: etwa 170 Euro.

Der Typ Backpacker wird sich im Guesthouse Kandilj ( www.kandilj.com) bestimmt wohlfühlen. Es ist ein eher einfaches Gästehaus mit altbosnischem Flair, das Bed & Breakfeast anbietet. Preis für ein Doppelzimmer für drei Nächte: etwa 185 Euro.

Wer es exklusiver mag, kommt im Hotel Michele ( www.hotelmichele.ba) auf seine Kosten. Dieses Hotel ist ein kleiner Geheimtipp und echter Promi-Hotspot. Auch Richard Gere, Michael Moore und Bono von U2 haben hier schon genächtigt, dementsprechend sind leider auch die Preise. Aber wer echt bosnisch-orientalisches Feeling haben will, ist hier genau richtig. Preis für ein Doppelzimmer für drei Nächte: ab etwa 255 Euro.

Richtig angezogen: City-Look für den Kurztrip (burdastyle.de)

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Danke für den schönen Atikel, ich kann auch das Hotel Merona in Sarajevo empfehlen! Wirklich schönes und klassisches Hotel zu angemessenem Preis!

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