Heiraten oder nicht heiraten, das ist bei Carla NICHT die Frage
Warum ich nicht verheiratet bin: Carla (43) aus München, erklärt warum heiraten oder nicht heiraten für sie nie die Frage war.
Die Verhaltensforschung sagt: Der Mensch braucht drei Minuten, um sich zu verlieben. Verheiratetsein kann da ungemein stören. Rechnet man die drei Minuten auf das Leben hoch, dann wäre man nur noch damit beschäftigt, zu heiraten und sich scheiden zu lassen. Ich bin lieber mit Verliebtsein beschäftigt. Und selbst dazu bin ich manchmal zu beschäftigt. Weil ich ganz gerne schnell auch mal wieder weg bin.
Kurz: Eher die Hütte in Kamerun, das Hostel in Katmandu, die Safarilounge in Kenia oder das Basislager am Kilimandscharo als die Doppelhaushälfte in Kaiserslautern. Und das war schon immer so. Während andere Mädels sich im Dunstkreis von Pucki, unserem Mütterchen, und Petra mit ihrem Traumpferd schon mal auf die Pflichten der Ehe einstimmen konnten, zog ich lieber mit der roten Zora und ihrer Bande um die Häuser, segelte mit Pippi ins Taka-Tuka-Land und tauchte mit Winnetou nach dem Schatz am Silbersee. Die Mädels servierten ihren Puppen Kaffee und Kuchen (Caro und Keks) im Kleingarten, ich stromerte mit meiner Crew von Stofflöwen, -tigern und -bären durch exotische Dschungel (das Maisfeld hinterm Haus) oder den wilden Westen (die Kuhweide vom Bauern). Die Mädels spielten mit Barbie und Ken das Konzept „Ein Mann und eine Frau“ schon einmal theoretisch durch, ich spielte Fußball – mit richtigen Jungs. Und spielte gleichzeitig das Konzept ziemlich praxisnah durch, dass da draußen nicht nur ein Mann war, sondern es von knackigen Kens nur so wimmelte: Mit Lucky, dem süßen Libero, bretterte ich auf meinem Rennrad um die Wette – und um einen Zungenkuss am Ziel. Mit Tom, dem romantischen Torwart, stieg ich nachts ins Freibad ein, sprang mit ihm vom 5-Meter-Brett ins Becken und auf der Wiese in seine Arme. Und irgendwann brannte ich mit Tony, dem Trainer mit dem Waschbrettbauch, nach Italien durch. Mmmh, Lucky ... einundzwanzig, zweiundzwanzig, dreiundzwanzig ... und ich war verliebt. Und dann weg. Zu Tom ... einundzwanzig, zweiundzwanzig, dreiundzwanzig ... verliebt. Und dann wieder weg. Zu Tony ... und dann wieder weg.
Das ist bis heute so geblieben. Verhaltensforschungstechnisch ist meine Veranlagung zum Verliebtsein also ganz normal ausgeprägt. Und wie gesagt: Verheiratetsein stört da ungemein. Finde ich. Den Typen, der da eben in das Café hereinschneit, in dem ich an meinem Laptop sitze, finde ich dagegen ... mmmh ... einundzwanzig, zweiundzwanzig, dreiundzwanzig ... Laptop aus. Ich bin dann mal wieder weg.
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Heiraten oder nicht heiraten? Ja oder Nein?
Als Jungfrau in die Ehe?
Userin Franzi würde nie nach wenigen Monaten heiraten wollen: „
Bin ich jetzt unromantisch oder was?“
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